Mittwoch, 22. August 2012

20.08.2012 SV Sandhausen vs BSG Energie Cottbus 3:0

23. 06. 2012, Pokalauslosung für die erste Hauptrunde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Wie jedes Jahr sitzen junge und alte Männer gespannt vor der Kiste und hoffen das die sog. „ Losfee“ (meistens eine ehemalige Spielerin der unbeliebten Frauen-Nationalmannschaft), die das seit Jahren erhoffte Derby gegen einen in der Versenkung verschwundenen alten Rivalen zur Wirklichkeit macht. Oder einfach nur einen netten Pokalausflug zu einem anderen, interessanten Gegner . Wie so oft im Leben geht das Ganze meist schief. Seit Ewigkeiten träumen nicht wenige Lausitzer von einem richtigen Pflichtspiel mit der ersten Mannschaft in Babelsberg, nur ein einziges Mal das Karl-Liebknecht Stadion und den Filmpark nach unseren Vorstellungen „umdekorieren“. Und den Anhang gleich mit. Da die Herrschaften aus der Potsdamer Vorstadt nicht zur Auswahl standen, musste man sich also auf etwas anderes konzentrieren. Halle oder Jena wären in jedem Fall mal einen Ausflug wert gewesen. Aber was bekommt Energie Cottbus? Sandhausen! Klingt ganz klar nach großem Fußball und vor allem nach erhöhtem Risiko für Leib und Leben der Zuschauer, Funktionäre und die Insekten im angrenzenden Wald. Anders lässt es sich nicht erklären warum die übergewichtigen Herren in der Frankfurter Otto Fleck Schneise eine solche Partie auf einen Montag um 18:30 Uhr legen. Zumal man in dieser Idylle im normalen Ligabetrieb nochmals unter der Woche antreten darf.
„So nicht!“, dachte sich die aktive Szene und machte direkt mal ein paar Neuner klar. Vor 1-2 Jahren sicher undenkbar, für so ein „unattraktives“ Spiel unter der Woche. Zeigt aber einmal mehr, dass sich in Cottbus wieder etwas tut. So fanden sich am Ende etwa 200-300 Cottbuser bei tropischen Temperaturen im Hardtwaldstadion ein, um die mächtige BSG auf ihrem Weg in den Europapokal zu unterstützen. Allerdings war die Euphorie bereits in der 2. bzw. spätestens in der 10. Minute verflogen. Da lag man dann schon 0:2 zurück und musste sich auch noch von den Landwirten und Informatiker-Azubis auf der überdachten Tribüne zu unserer Linken verhöhnen lassen. Aber wie sagte meine „HIGHdelberger“ Begleitung so schön: „Das sind die Vögel, die in Mannheim, Karlsruhe oder Stuttgart keiner wollte.“ Wenn man die Nasen jetzt also noch weiter provoziert, laufen die vermutlich irgendwann noch AMOK, ist ja jetzt auch nicht so unüblich in Baden Württemberg. Also weiter dem konzeptlosen Gekicke unseres „ FC hOOlywoods“ zugeguckt und sich gehorsam in die Schlange zum Getränkestand eingeordnet. Denn bis man hier mal zu einem (überteuerten alkoholfreien) Bier kam, konnte schon mal eine Halbzeit vergehen. Ich frage mich, was dieser Verein macht, wenn der Block mal richtig voll ist. Denn diese unprofessionelle Organisation hab ich in SH nicht das erste Mal erlebt. Glücklicherweise blieb uns eine massenhafte Deportation von Hitzeopfern, wie am Vortag in Saarbrücken, erspart.
In der zweiten Halbzeit wurde unsere Elf in rot dann doch mal etwas aktiver und ließ einen durch die, vergebenen, Torchancen das ein oder andere Mal von Spielen in Stockholm, der Schweiz oder gar bei Sheriff Tiraspol träumen. Tja, es blieb beim Träumen, denn zum Schluss gab`s als I-Tüpfelchen sogar noch ein drittes Tor für die IT-Branche zu bestaunen. Nun ja, sehen wir es positiv…so können wir uns auf die Liga konzentrieren. Diese Ausrede klappt bei anderen „ Spitzenteams“ ja auch immer ganz gut. Nach dem Spiel sorgte die örtliche Polimannzei durch laaaange Umwege für die Gäste dafür, dass diese vor der Heimkurve nicht unter die Traktorräder der aggressiven Sandhauser Meute kam. Dafür nochmals einen riesen Dank an die Herren, die sich um uns so viel Gedanken machen.
Im Großen und Ganzen also ein ziemlicher Reinfall, dieser Ausflug in die Kurpfalz und noch immer beschäftigt uns die Frage:

Montag, 16. Juli 2012

14.07.2012 Haye - Chisora - GASTBERICHT

„Fußball“ findet nicht nur rund um und in den Stadien statt, das sollte den Lesern dieses Blogs mittlerweile klar geworden sein. Daher gibt’s nun seit langer Zeit endlich mal wieder einen Bericht, jedoch nicht von einem Spiel sondern einem Boxkampf: David Haye vs Chisora im Londoner Upton Park, dem Stadion von West Ham United. Da David über einen riesen Fangemeinde in Süd London verfügt, war relativ klar dass es dort nicht sonderlich ruhig bleiben wird. Mein Freund „Lebemann“ aus der Schweiz war so freundlich mir seinen Bericht zur Verfügung zu stellen um uns damit einen kleinen Einblick von einem durchaus gelungenen Tag im Londoner East End zu schenken. Danke dafür…du kaputter Typ!
Schon Wochen vorher freute man sich auf den (Box)Kampf, denn jeder der sich irgendwie mit Fussball und vor allem seinen Begleitumständen auskannte konnte eine einfache Rechnung erstellen die wie folgt aussah „David Haye (Millwall) + Upton Park + 22.00 Kick off + Booze/Charly = Es Knallt! Jedem sollte sollte bei dieser Multiplikation der Faktoren zu diesem Ergebnis kommen, allen ausser der Londoner Polizei wie sich noch herausstellen sollte. Der Tag begann gewohnt früh wenn es auf die Insel ging. euer Autor machte sich also gegen 6.00 Uhr in der Früh auf zum Flughafen Zürich wo die 1. Maschine nach London bestiegen wo bereits im Flugzeug Standesgemäss der Gerstensaft zum ersten mal floss eine gute Entscheidung wie ich fand. Nach etwas mehr als einer Stunde landete ich dann am City Airport in London. Durch die Passkontrolle und rein ins Pub. Die Sun gekrallt ein Breakfast geordert und den 1. Pint getrunken, rief ich meinen Englischen Kumpel an wann er mich denn endlich abholen kommen würde. Pünktlichkeit ist nicht die erste Tugend der ansonsten sehr Monarchieverliebten Briten wie es zu sein scheint. Nichts desto trotz kam er dann eine halbe stunde später mit einem anderem mir und auch in der Schweizer Fussball Szene bekannten Gesicht, nennen wir ihn mal „Buchmacher“ ins Pub gelaufen. Zuerst wurde ausgiebig über „the fucking german wankers“ und Ihr Hotel „the fucking german wanker nick“ abgelästert sowie noch einige „Peronis“ und im meinem Fall „Old specklet hen“ getrunken weil man noch auf einen netten Herren aus Luxemburg wartete den man in Süd London nur den „Lux‘ loon“ nannte. Plötzlich stürmte er dann unter gebrauch seiner üblichen und wie ich finde durchaus sympathischen Floskeln aus dem Arrival gate. „Es knallt hier gleich total alter!“, „Die hätten mich beinahe beim liften ertappt!“ waren seine Flüche auf den Umstand das der Meister der Diebe was dieser Typ zweifelsohne ist, leider nicht die neusten Parfüms oder eine pulle Gin für umsonst abstauben konnte. Unsere Runde war komplett und so setzten wir uns in Ben‘s alten 3er Golf und fuhren auf die andere Seite der Themse durch Strassen die wohl nur die wenigsten Touristen jeh zu Gesicht bekommen werden. Standesgemäss fuhren wir durch den Tunnel unter der Themse durch die aus dem Film „Green Street Hooligans“ bekannt ist als der eine Paki-Boy mit seinem Motorrad nach south-east fuhr um Dort beim Dealer seines Vertrauens ein Curry zu essen. Es wurde Kurs zu unserem local Pub nahe der tube-station London Bridge gehalten wo wir uns mit anderen bekannten Gesichtern trafen und bei Booze&Charly für den Abend warm machten. Hunger kehrte ein und unser Gourmet Lux‘ Loon führte uns ins „Guiseppes“ das er nur „Benitos“ nannte weshalb er das tat da konnte ich mir keinen Reim drauf machen Winken Nach gutem Essen gutem Wein und guten Ital. Schnäpsen machten wir dann mit einem Taxi und einem Millwall youngster los Richtung West-Ham. Treffpunkt „The Abbey“ Ich traute meinen Augen nicht, dieses „The Abbey“ gab es also wirklich nur das sich darin für heute keine ICF und auch sonnst keine Einheimischen tummelten. Der Pub war voll mit gut-gekleideten Britischen Gentleman die uns herzlich empfingen. Nach jedoch nur einem Pint wollte man auf machen Green Street aufwärts zum Upton Park wo heute Abend noch geboxt werden sollte. Der Mob war ca. 30-40 Jungs stark und was mich erstaunte ohne Bullen obwohl die Herren wohl seit mehreren Stunden in Pub ihres Erzfeindes getrunken hatten! Wir schritten die Strasse entlang als wir plötzlich draussen vor einem Pub Leute erblickten mit denen es wohl gleich eine kleine Meinungsverschiedenheit auszudiskutieren wäre. Gesagt getan unsere Britischen Freunde hielten sich ganz nach ihrem Gusto die Hammers mit allem zu bewerfen was nicht Niet- und nagelfest war, während wir Foreingers vom Kontinent uns im Faustkampf übten was uns dann später noch zum Verhängnis werden würde aber dazu später mehr. Es war wirklich eine gelungene Fussballschlägerei die Jungs die vorher noch mit „ICF, ICF“ Sprechgesang vor dem Pub standen lagen nun geschlagen in selbigen drin da hörten wir schon die Polizeisirenen. An münchen denkend kam in mir pure Panik hoch wir rannten und rannten in irgendwelchen Strassen und kleinen Gassen umher doch es gab kein entkommen, old bill kesselte unsere kleine Ausländerbande ein und wir wurden befragt was los gewesen sei, einige von uns waren blutverschmiert dennoch glaubte man unsere Geschichte das der Vater des Lux‘ loon Chef der Luxemburg Boxing federation war und wir miesen Ausländer da nur per Zufall reingeraten seien und man lies uns laufen. Ich hatte dennoch kein gutes Gefühl dabei und nachdem ich mich gesetzt hatte im Stadion mich verabschiedete mit dem Buchmacher und wir es vorzogen wieder nach Süd-Ost ins Pub zu gehen. Der Kampf war soweit nicht der Rede wert und so traf man sich mit dem Rest eine weile später im Pub wo der Buchmacher dann feststellte das er seinen Pass verloren hatte. Ihm war die Lust somit ziemlich vergangen und Lux‘ loon und ich machten uns zu zweit auf ins Londoner Nachtleben als wir vor einem Pub hielten wo ich wusste das Samstags immer Karaoke ist und ein paar gute slags drin sind gingen wir rein. Schon beim bestellen der Getränke musste ich feststellen das die Männer in dem Schuppen alle irgendwie komisch angezogen waren.. es war eindeutig GAY-NIGHT oder so! Nichts wie raus hier dachte ich, ich fragte aber dann mal nach und die nette Dame am Tresen meinte die tun niemandem was und so blieben wir bis ca. 4 Uhr morgen und soffen und sangen was das Zeug hielt.