Montag, 26. November 2012

15.11.2012 Barnet FC vs Accrington Stanley 1:1




….. noch bevor meine deformierten Füße sich von der Brauerei Tour erholt hatten, saßen wir also schon wieder in der Northern Line in Richtung High Barnet. Eine gute Stunde dauerte der Ritt an`s andere Ende der Stadt und nur wer schon mal mit ner Bimmel-Bahn durch die Pfalz gefahren ist, kann ungefähr nachvollziehen, wie es ist, so lang durch`s Dunkle zu fahren. 
Das Underhill Stadium ist von der Tube Station eigentlich schon zu sehen bzw. man muss zur Hauptstraße hoch gehen. Insgesamt braucht man etwa 5 bis 10 Minuten bis zum Ground. 14 Pfund geblecht und rein in diesen zusammengewürfelten Stadionbau. Über die Jahre schienen hier nur Londons schlechteste Architekten am Werk gewesen zu sein, denn so richtig passte hier nichts zusammen. Immerhin verfügte diese Hütte über eine Vielzahl an Stehplätzen, dafür gabs kein Bier…und spätestens hier hat es dieser Verein bei mir verschissen. Erst gab es nicht mal 'ne Eintrittskarte, dann nichts womit man diesen 4.Liga-Kick hätte attraktiver machen können. Zumindest vergaß die kleine Engländerin an der Fressbude die Hälfte meiner Bestellung abzurechnen. Es sollte nicht der letzte finanzielle Glücksfall für dieses Wochenendes sein. Das Match gegen Accrington Stanley (einem Verein aus einem kleinem Kaff zwischen Blackburn und Burnley) war wie erwartet unterste Schublade, Support praktisch nicht vorhanden. Im Gästebereich hatten sich an diesem Freitagabend zwar immerhin etwa 50-60 Menschen eingefunden, die konnten aber auch nur wenig bis gar nicht vernommen werden. 

Wie bei so einem Verein wie Barnet ein Weltklasse Spieler namens Edgar Davids unterschreiben konnte erschließt sich mir nicht ganz. Da hätte er beim berüchtigten SV Adler Klinge sicher deutlich mehr Spaß haben können. Von den billigen Zigaretten und Benzin im angrenzenden Polen ganz zu schweigen. Irgendwann fiel sogar ein Tor für die Gäste, wann das war weiß ich jedoch nicht mehr…ich wollte nur noch weg. Müde, kalt, kein Bier und so ein Rumgebolze. Mein Freund Paul hatte ein Einsehen und 15 Minuten vor Abpfiff wurde dieser Ort des Schreckens verlassen. Noch an der Tube Station hörten wir den Jubel über den Ausgleich. Es interessierte uns nicht… 





15.11. 2012 Go West....to the Fullers Brewery




Neben einem relativ dünnen Geldbeutel, sorgte im vergangenen Jahr auch ein dicker Terminkalender dafür, dass die geliebte Insel nur im März diesen Jahres mit meiner Anwesenheit beglückt werden konnte. Um diesen Missstand halbwegs auszugleichen, wurde dieses Mal direkt ein verlängertes Wochenende in London gebucht, wodurch die Möglichkeit bestand, drei Spiele zu gucken und gleich noch 'ne Brauereibesichtigung dran zu hängen.

Nach einem Besuch auf 'ner Messe in Nürnberg, wo selbstredend ordentlich getankt wurde, ging‘s dann also Freitag sehr früh mit dicken Kopf und vor allem viel zu wenig Schlaf zum Flughafen und von dort ohne Komplikationen in die Hauptstadt der einstigen Weltmacht. An der Holborn Station meinem Kumpel Paul schnell meine Tasche in die Hand gedrückt, Schlüssel in Empfang genommen und schon ging‘s in den Londoner Westen zur ersten Etappe des Tages….der Fullers Brewery in Chiswick. Die Biere der letzten großen Ale Brauerei Londons gehören schon länger zu meinen bevorzugten und da ich ja mein Geld ebenfalls in dieser Branche verdiene (oder auch nicht), war es nur eine Frage der Zeit bis die heiligen Hallen von Fullers von mir besucht werden sollten.



Die Brauerei liegt direkt an der Themse im Stadtteil Chiswick, der wiederrum zum Stadtbezirk Hounslow gehört….quasi irgendwo in der Mitte zwischen Heathrow und Central London. Starten sollte die Führung direkt im brauereieigenen Pub „Mawsons Arms“. Um es relativ kurz zu halten, die Führung war top. Anfängliche Bedenken, dass ich vom vielen „Fach-Englisch“ nichts verstehen könnte, zerstreuten sich relativ schnell, da der gute Mann wirklich deutlich sprach und mir das alles ja auch nicht ganz fremd war. Die Führung dauert gute 1 ½ Stunden plus anschließender Verköstigung der hauseigenen Ales. Im Großen und Ganze ist diese Tour an Informationen und den gezeigten Abteilungen nur schwer zu überbieten. Da ich nun mittlerweile sicher schon 25 – 30 Brauereien gesehen habe und weiß, dass Führungen auch überdurchschnittlich schlecht sein können, kann ich nur jedem raten, sich bei einem bevorstehenden Londonbesuch rechtzeitig anzumelden und die 10 Pfund zu investieren. Ihr werdet es nicht bereuen.


Nach einigen Bieren machte sich nun auch langsam Müdigkeit breit, so dass ich dann doch mal meine Herberge südlich der Themse aufsuchen musste und mal kurz ne Pause zu machen. Schließlich sollte am Abend schon wieder der Ball rollen…