Montag, 26. November 2012

16.11.2012 Queens Park Rangers vs Southampton FC 1:3




Tag zwei begann wie der erste endete…im Pub. Wo sonst? Um vor dem nachmittäglichen Spiel der Queens Park Rangers ein wenig (Pub-) Kultur zu schnuppern, wurde früh um 10:30 Uhr mal die Gegend rund um die Station „Notting Hill Gate“ angesteuert. Mein „Pub- Guide“ versprach mir in dieser Gegend eine handvoll sehr schöner Kneipen, in denen die Gäste schon zu früher Stunde ihrem Laster frönen könnten. Er versprach nicht zu viel und nach kurzer Suche quietschten die ersten Pub Türen dieses Tages in meinen Ohren und ein Pint „Fullers Discovery“ erfrischte meinen durstigen Gaumen. Es ist schon immer amüsant auf der Insel, während hierzulande die Herren der Schöpfung schnell mal als Alkoholiker abgestempelt werden, die vor dem Mittagsgong eine Kneipe aufsuchen, so gehört es im UK einfach zur Lebensart, sich schon um 10 oder 11 Uhr das erste Bier reinzuhauen bevor es Frühstück gibt. So sitzen etliche ältere Herren mit ihren Schiebermützen, Zeitungen und alkoholischen Getränken verteilt und erholen sich von dem Gekreische ihrer Weiber. Wer sollte da auch etwas dagegen haben? Nach dem ersten Bier wurden noch zwei andere Pubs aufgesucht und Notting Hill inkl. seinem berühmten Portobello Road Market erkundet. Letzteres kann man sich im übrigen sparen. Es sei denn man steht darauf von Asiaten, Deutschen und Skandinaviern durch die Gegend geschubst zu werden.


Da mir Massenaufläufe von Touristen eher nicht so zusagen, wurde dann doch mal langsam die Loftus Road ( Heimat von QPR ) am Shepheards Bush angesteuert. Dort sollten an diesem herrlichen Herbsttag die Saints aus Southampton ihre Marke abgeben. Glücklicherweise grenzt an das Stadion direkt ein Pub an, doch die Freude währte nur kurz. Denn das erstandene Bier durfte man nicht mit vor die Tür nehmen. Zu groß war wohl die Sorge, man könne einen der Bullen mit dem Plastikbecher vom Gaul schießen. Insofern gab`s hier schon mal 'nen Punkt Abzug für die Gastgeber. Denn mit 'nem Bier dicht gedrängt in einer Kneipe zu stehen, sagt mir in etwa genau so sehr zu wie meinen Lebensmittelpunkt nach Forst bei Cottbus zu verlegen. Gar nicht sozusagen. Irgendwie war ich also so langsam genervt und machte mich dann doch mal auf den Weg ins Stadion. Wie erwartet war dieses ein absoluter Traum. Würde man hier wieder Steh- statt Sitzplätzen genehmigen, wäre es genau das Richtige für Energie. Klein, eng, steile Ränge und ( bis auf eine Tribüne ) mit Ober- und Unterrang. Absolut Fett. Die Akkustik war während des Spiels entsprechend gut und so hörte man eigentlich auch nur die Gäste. Etwa 2000 ( oder mehr?) dürften es gewesen sein, die den Weg nach London angetreten hatten. Besonders Abwechslungsreich waren die Jungs nicht, aber dafür immerhin laut. Das  gefielselbst Batman und Robin im Gästeblock. Den Anhang von QPR hörte man nur sehr sehr selten…und wenn, dann musste ich schmunzeln. Gesänge wie „ Come on you „R`s“ kann doch kein Mensch ernst nehmen. Kommt einem doch bei „R`s“ direkt „Arse“ in den Sinn. Also „Arsch“. Gut denkbar, dass die Hausherren dies wirklich so meinten…denn ihr Team spielte wirklich wie ein Haufen dummer Ärsche. Das 1:3 und der letzte Tabellenplatz dürfte wohl bald den Kopf des Trainers fordern, ansonsten ist bald wieder Schluss mit dem Abenteuer Premier League. Nebenbei war das Spiel tatsächlich sehenswert, 4 Tore, schneller Fussball…so muss das sein.

Ohne großes Tamm-Tamm wurde nach einem kleinen Abstecher in diverse Shops im Zentrum das bekannte Terrain rund um London Bridge aufgesucht und dort zusammen mit „Peckhams Finest“ noch weitere Kneipen meines Pub Guides getestet. Mit weitreichenden Folgen für meinen Kopf….

















15.11.2012 Barnet FC vs Accrington Stanley 1:1




….. noch bevor meine deformierten Füße sich von der Brauerei Tour erholt hatten, saßen wir also schon wieder in der Northern Line in Richtung High Barnet. Eine gute Stunde dauerte der Ritt an`s andere Ende der Stadt und nur wer schon mal mit ner Bimmel-Bahn durch die Pfalz gefahren ist, kann ungefähr nachvollziehen, wie es ist, so lang durch`s Dunkle zu fahren. 
Das Underhill Stadium ist von der Tube Station eigentlich schon zu sehen bzw. man muss zur Hauptstraße hoch gehen. Insgesamt braucht man etwa 5 bis 10 Minuten bis zum Ground. 14 Pfund geblecht und rein in diesen zusammengewürfelten Stadionbau. Über die Jahre schienen hier nur Londons schlechteste Architekten am Werk gewesen zu sein, denn so richtig passte hier nichts zusammen. Immerhin verfügte diese Hütte über eine Vielzahl an Stehplätzen, dafür gabs kein Bier…und spätestens hier hat es dieser Verein bei mir verschissen. Erst gab es nicht mal 'ne Eintrittskarte, dann nichts womit man diesen 4.Liga-Kick hätte attraktiver machen können. Zumindest vergaß die kleine Engländerin an der Fressbude die Hälfte meiner Bestellung abzurechnen. Es sollte nicht der letzte finanzielle Glücksfall für dieses Wochenendes sein. Das Match gegen Accrington Stanley (einem Verein aus einem kleinem Kaff zwischen Blackburn und Burnley) war wie erwartet unterste Schublade, Support praktisch nicht vorhanden. Im Gästebereich hatten sich an diesem Freitagabend zwar immerhin etwa 50-60 Menschen eingefunden, die konnten aber auch nur wenig bis gar nicht vernommen werden. 

Wie bei so einem Verein wie Barnet ein Weltklasse Spieler namens Edgar Davids unterschreiben konnte erschließt sich mir nicht ganz. Da hätte er beim berüchtigten SV Adler Klinge sicher deutlich mehr Spaß haben können. Von den billigen Zigaretten und Benzin im angrenzenden Polen ganz zu schweigen. Irgendwann fiel sogar ein Tor für die Gäste, wann das war weiß ich jedoch nicht mehr…ich wollte nur noch weg. Müde, kalt, kein Bier und so ein Rumgebolze. Mein Freund Paul hatte ein Einsehen und 15 Minuten vor Abpfiff wurde dieser Ort des Schreckens verlassen. Noch an der Tube Station hörten wir den Jubel über den Ausgleich. Es interessierte uns nicht…