Donnerstag, 29. August 2013

25.08.2013 SV Waldhof Mannheim vs Kickers Offenbach 1:0


Der August neigt sich bereits dem Ende zu, die aktuelle Saison läuft schon wieder ein paar Wochen und euer werter Schreiberling hat es tatsächlich noch nicht hinbekommen in der laufenden Spielzeit einer Partie seiner zwei favorisierten Vereine zu schauen. Außer einem eher langweiligem Besuch bei Differdange vs. Uetrecht ist bisher generell noch nicht viel passiert in Sachen Fussball. Ersatz muss her! Wieder einmal bot sich eine Begegnung an, bei der schon der Namen der beiden beteiligten Vereine einige Krawalltouristen hellhörig werden lässt. Fast schon legendär ist das Skandalspiel vom Vatertag 1999. Man muss nur danach auf den bekannten Online-Video-Portalen suchen und wird schnell fündig. Wasserwerfer, brennende Müllcontainer, Straßenschlachten mit der Staatsmacht und eine Demontage der Gästetribüne lassen erkennen, dass sich die beiden Szenen zum fressen gern haben.

Viel Zeit ist seit dem vergangen. Nach diversen Auf- und Abstiegen beider Vereine sollte also nun, 13 Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen, die Begegnung der Kickers aus Offenbach und dem SV Waldhof im unwürdigen Rahmen der vierten Liga stattfinden. Wie schon das Karlsruhe Spiel, wurde auch dieses Duell ganz dick und rot im Kalender angestrichen. Denn eines war wieder klar, beide Szenen werden ordentlich mobil machen. So viele Highlights sind in der Regionalliga Südwest ohnehin nicht vorhanden und die wenigen muss man nutzen.

Offenbach war in der Vergangenheit eigentlich nie wirklich auf meiner Rechnung, schien mir doch die Szene nach der „Vatertagsrandale“ komplett tot. Doch über die Jahre hat man sich auch rechts des Mains offenbar wieder etwas erholt und trotz, oder gerade wegen des Abstiegs und der knapp abgewendeten Totalpleite der Kickers, steht man dem Verein jetzt erst Recht mit ordentlichen Zahlen an Auswärtsfahrern zur Seite. Die verhältnismäßig kurzen Strecken kann sich nun auch der ärmste Zigeuner leisten und nutzt so die Chance, seinen Wohnwagen mal wieder in Bewegung zu setzen.

Am Spieltag sammelten sich Gerüchten zufolge wieder einige Mannheimer Schwergewichte innerhalb der Innenstadt um eventuellen Besuch etwas die Stadt zu zeigen. Jedoch schien der erwartete Besuch den Startpunkt dieser ganz speziellen Stadtführung nicht zu kennen und zog direkt zum Stadion. Vielleicht hörte man auch einfach, dass es mehr „Guides“ gibt als benötigt und für deren Kosten ebenfalls aufkommen müsste. Schließlich will jeder was ab vom Kuchen. Währenddessen zog der Tross der Offenbacher Zugfahrer, scheinbar ohne besondere Vorkommnisse, zum Stadion. Dort sammelte sich wieder mal ein größeres Begrüßungskomitee, welches schon erahnen ließ, wie der Tag enden könnte.

Für den passenden Rahmen innerhalb des Stadions sorgte wieder die Fraktion um die Ultras Mannheim mit 'ner Choreo und die Offenbacher mit sich selbst. Dass alle die selben T-Shirts trugen war ja im Grunde schon Choreo genug. Stimmungstechnisch war der Gästeblock dann doch ganz annehmbar, als endlich auch wirklich alle im Sektor waren. Heimseite fand ich ok, aber nicht überragend. Da war gegen KA schon etwas mehr los. Ansonsten hab ich wenig darauf geachtet wer wann was singt und wie laut. An die unheimlich kreativen und brachialen Gesänge der Karlsruher kommt ohnehin keine Szene ran, deswegen hör' ich beim Rest gar nicht mehr hin.

In der Halbzeitpause sah es aus, als wollten einige der Gäste doch mal in Richtung Heimsektor kommen und machten sich am Zaun zu schaffen. Vermutlich hat das Gerücht die Runde gemacht das es außerhalb des Gästeblocks noch mehr sanitäre Anlagen gibt. Denn in Frankfurts Nachbarghetto bekommt man nicht oft die Gelegenheit, sich mit fließendem Wasser die Poren zu reinigen, und da die Klos im für sie vorgesehenen Bereich bereits hoffnungslos überfüllt zu sein schienen, versuchte man sich auf diesem Wege etwas Körperhygiene zu erschleichen. Auf Mannheimer Seite roch man den Braten jedoch, der aufgrund der immensen Wasserkosten auf sie zu käme. Kurzum wurde wieder einiges an Wurfgeschossen mit Polizei und Gästefäns ausgeteilt, bevor sich die Situation nach gut 10 Minuten wieder etwas beruhigte und sich beide Seiten wieder dem Spiel widmeten. Dieses konnte die Herren aus der Kurpfalz letzten Endes für sich entscheiden.

Um weiteren schlimmen Nebenerscheinungen aus dem Wege zu gehen, zog es euer Autor vor, sich im benachbarten China Restaurant etwas früher auf ein Gläschen Bier zurück zu ziehen, um sich später der ausgelassenen Feierei der Heimseite auf der Straße zu erfreuen, so zumindest erwartete ich es. Völlig unerwartet mischten sich mit der Zeit wieder einige Verrückte unter die euphorisierte Menge und begann die zum Schutz der Gäste abgestellten Polizisten zu reizen. Nach mehrfacher Warnung seitens der Staatsmacht, konnte diese nun endlich mal ihren neuen Wasserwerfer ausprobieren. Der Mob antwortete mit Wurfgeschossen und Pyrotechnik. Einfach unverbesserlich. Im großen und ganzen hielt sich das Ganze in meinen Augen aber ziemlich in Grenzen. Ob man wirklich mit Wasserwerfern „arbeiten“ muss bezweifle ich. Aber es gibt der ganzen Veranstaltung definitiv einen festlicheren Rahmen als unkreatives Geknüppel. Zudem kann die Polizei im Nachhinein erzählen, dass der brutale Mob den ersten Wasserwerfer Einsatz seit 20 Jahren in Mannheim nötig machte und schafft sich wieder selbst eine Daseinsberechtigung. Von den Offenbachern sah man nach dem Spiel relativ wenig. Einige Autofahrer wurden von der Polizei etwas unbedacht und unbewacht zu ihren Autos gelassen. Daraufhin setzte auf der Heimseite direkt eine kleine Völkerwanderung ein, außer Gepöbel geschah aber meines Wissens nicht viel. Handelte es sich doch vorwiegend um „normale Menschen“ ( soll's auch in OF geben) und jegliche Intervention zum Nachteil dieser wehrlosen Minderheit wäre sicher auch nicht vertretbar.


Nach all diesen verrückten Geschichten gings schon wieder ab nach Hause, oder für die Gäste zurück in die Wohnwagensiedlung.



Dienstag, 11. Juni 2013

Barbour Chelsea Sportsquilt

„Draußen wird’s endlich warm und du kaufst dir Jacken für den Herbst? Du bist doch bescheuert!“.
„ Aber das war`n Schnäppchen, da musst ich zuschlagen“
„Das erzählst du doch bei jedem Päckchen, das hier rein kommt. Dafür ist Geld da, ne?“
„Na dafür war ich schon lang nicht mehr beim Fußball“

So sieht's aus! Es ist nicht das erste Mal, dass meine bessere Hälfte kopfschüttelnd vor mir steht und sich über meine neueste Errungenschaft aufregt. Spätestens wenn ich auf das Thema Fussball komme und auf meine fehlende Präsenz in den Stadien, vor allem letzte Saison, geht Madame maulend ihres Weges und lässt mich mit meinem neuen „Schnäppchen“ allein.

Der Stein des Anstoßes ist/ war dieses Mal eine Steppjacke. Selten hat mich ein Kleidungsstück so sehr und so lang innerlich zerrissen. Wurden besagte Jacken doch immer irgendwie mit Yuppies, alten Männern oder Jura-Studenten assoziiert. Um ehrlich zu sein, es ist immer noch so. Allerdings konnte ich gerade auf der gelobten Insel immer mal wieder Beispiele sehen, wie man besagte Jacken ordentlich kombinieren kann. Am besten natürlich mit schicken Turnschuhen.

Irgendwann war also auch dieses innerliche Zerwürfnis überwunden. Doch dann kamen sie….die Hipster! Diese Art Menschen, die auf wirklich jeden Zug der Modewelt aufspringen und sich aktuell der Stile verschiedenster Jugendkulturen bedienen, um dann am Ende wie homosexuelle Obdachlose herum zulaufen. Zu diesen schicken „Eigenkreationen“ gehörten selbstredend auch Kombinationen mit Steppjacken. Also war auch dieser Zug vorerst abgefahren. Denn so wie „Die!“ wollt ich dann doch nicht herum rennen. 

Nichtsdestotrotz wurde stets ein Auge offen gehalten nach einem preiswerten Modell, man kann es ja notfalls einfach in den Schrank hängen, bis die Welt wieder von Hornbrillen, riesigen V-Neck Shirts, Skinny-Jeans und generell Metrosexuellen befreit ist. Denn eins war klar, wenn, dann kommt mir nur die "Chelsea Sportsquilt" vom britischen Traditionslabel "Barbour" ins Haus. Und die ist nun auch nicht so preiswert.

Die Chelsea Sportsquilt gehört definitiv in die Schublade „zeitlose Klassiker“. Sportlich geschnitten, sehr schlicht und eben doch auch ein wenig „spießig“. Genau das richtige, wenn man sich bei Auswärtsspielen aus der Eskorte schleichen möchte. Wer rechnet schon mit Cottbuser Chaoten und Säufern, die rumlaufen wie Erdkundelehrer.

Vor gut drei Wochen stieß das ständige Gestöber dann endlich wieder auf fruchtbaren Boden und für, verhältnismäßig, wenig Geld landete das gewünschte Modell in meinem Besitz. Warum dieser Beitrag dann erst so spät kommt? Ich war schlicht weg zu faul und hoffte doch noch, euch einen interessanten Fussballbericht liefern zu können. Wie dem auch sei, hier ist das gute Stück!