Sonntag, 10. Oktober 2010

03.10.2010 FSV Frankfurt vs BSG Energie Cottbus




„….ohne Helmut wär`n wir gar nicht hier…..“

Da ist er also, der 3.Oktober 2010. 20 Jahre nach dem Mauerfall und wir spielen auf einen Sonntag im goldenen Westen. Ist das nicht was Tolles? Für euren Schreiber sollte das heute tatsächlich das aller erste Energie Spiel dieser Saison sein, fast schon ein Skandal könnte man meinen, aber aufgrund Zeitmangels und meines Bestrebens dem MFC in der 2.Liga in neue Orte zu begleiten, war es mir bisher unmöglich, die mächtige BSG mit meiner Anwesenheit zu beglücken. Aber was schreibt man von einem Spiel, von dem es eigentlich nichts zu berichten gibt? Ich versuch es einfach…

Da mein Flieger bereits früh um halb zehn in FFM aufschlug, konnte ich direkt mit dem weiter machen, womit ich Samstag Abend aufgehört hab - mir das Leben schön trinken! Wobei ich trotzdem noch ganz schön im Eimer vom Vortag war und zwar so fertig, dass ich nicht mal den Start meines Fliegers bemerkt hab…ganz finster! Also direkt ab zur Hauptwache und dort mit der berühmt-berüchtigten „Hoyerswerder-Forst-Connection“ ein Frühstück und den ersten Schoppen des Tages genommen, bevor es los ging nach FFM Bornheim. Selbst das Wetter war heute - im Gegensatz zum Spiel im Februar - wirklich klasse…da hat sich der Westdeutsche Wettergott offenbar richtig gefreut, uns zu sehen.

Ohne große Ereignisse gings dann vor 3600 Zuschauern los und auch hier musste man nicht sehr lange warten bis das erste Tor fiel, natürlich für den richtigen Verein…0 zu 1 durch Kronaveter in der 17.Minute, den ich bis dahin gar nicht kannte. Bin ja ohnehin nicht der Typ, der sich je groß mit Mannschaftsausstellung etc. beschäftigt hat. Die ca. 500 anwesenden Cottbuser zeigten zu Beginn übrigens ein kleines Intro mit Fahnen und Doppelhaltern. Das war´s dann aber auch an Lichtblicken aus der Gästekurve. Stimmung war, wenn überhaupt, nur in der ersten Halbzeit vorhanden…diese war jetzt aber auch nicht so Granate. Dafür konnte die Zaunbeflaggung überzeugen. Von Frankfurt hab ich nicht allzu viel mitbekommen, habe da aber auch nichts erwartet. In FFM gibt’s eben nur einen vernünftigen Verein….die Magische SGE!

Zurück zum Spiel. Ich weiß nicht, was in der Pause in der Kabine gequasselt wurde, aber die Energie Mannschaft, die jetzt auf dem Platz stand, war eine völlig andere, aber keine gute. Ganz schrecklich, nachdem in der 47. der Frankfurter Ausgleich fiel, schossen unsere Mannen die Hessen gleich noch zur Führung, zwei weitere Tore später hieß der Gewinner FSV Frankfurt. Das kann man wohl als kleines Dankeschön für zwanzig Jahre Solidaritätsbeitrag sehen, haben wir gern gemacht. Für eine schöne Innenstadt kann ich schon mal auf 3 Punkte verzichten….

Nach dem Spiel direkt in die Karre und ab nach Hause, jetzt brauchte ich nur noch Schlaf!

Der eigentliche Held der Wiedervereinigung ist und bleibt übrigens David.....wir vermissen dich Alter! Ohne dich hätten wir nie auf nen Sonntag soweit fahren können!
Bleib sauber du Brenner!!!!

02.10.2010 Millwall FC vs Burnley FC 1:1



Zarte Siebzehn Jahre war Jasper John Sexton, als er zum ersten Vereinsoberhaupt der Millwall Rovers wurde. Jenem Club der vor 125 Jahren in der rauen Gegend der Millwall Docks, dem Hafenbecken auf der Isle of Dogs, im Südosten Londons von den schottischen Arbeitern einer Marmeladenfabrik in einem Pub namens „ The Islander“ gegründet wurde. Exakt am 3.Oktober 1885 hatte der Millwall FC sein erstes Spiel gegen Fillebrook aus Leytonstone. 125 Jahre später - jedoch am 2.10. - sollte der Gegner Burnley heißen. Und ich war dabei. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich wusste vorher gar nicht, dass es das Jubiläumsspiel ist, war dann aber umso erfreuter, als ich dann im Stadion davon Kenntnis nahm.

So einen denkwürdigen Geburtstag hätten sicher alle lieber gegen ein Team aus der 1.Liga bzw. generell in der obersten Spielklasse gesehen, aber irgendwie passt auch das zu Millwalls restlicher Geschichte. So eine Assitruppe wie die Nordlichter aus Burnley, ist dem MFC wesentlich ähnlicher als die Glamourtruppen aus Manchester oder dem Westen Londons und passt somit zu diesem historischen Tag.

So richtig gestartet wurde dieser Tag dann in einem Pub namens „Whealans“ nahe der Station Surrey Quays, mitten im „schönen“ South London. Neben mir, einem Köpenicker und zwei Millwall Kameraden waren jedoch auch ca. 30 Millwalls dort, die zuvor am New Cross Gate gute zwei Stunden auf die Dartscheiben von QPR gewartet haben, welche bei Palace ran mussten. Scheinbar waren die Herren aber immer noch etwas angeschlagen von Millwalls Auftritt am Dienstag an der Loftus Road und wählten vermutlich einen anderen Weg. Für uns war zumindest etwas Vorsicht angebracht, in wessen Anwesenheit wir unsere Muttersprache nutzten. Da waren schon ein-zwei fiese Gestalten dabei, der Rest war eher Jung. Einer hatte es meinem Berliner Begleiter besonders angetan, Typ Hafenarbeiter, Mitte 40, Glatze, Hände wie Kanupaddel und vermutlich in seinem ganzen Leben noch nie gelacht. Der Unioner meinte später, er hätte ganz kurz mal gesehen, wie er die Mundwinkel verzog, jedoch war das wohl eher ein Gerücht. Mit der Zeit kamen aber neben ein paar bekannten Gesichtern auch wieder einige „normale Menschen“ dazu, wodurch die Anspannung dann langsam wieder wich…vermutlich lag es auch am Pegel, aber das sind alles nur Mutmaßungen ;-)

Für mich war es das erste Mal, dass ich aus dieser Richtung zum Stadion musste, daher endlich mal wieder ein paar neue „nette Ecken“ kennengelernt, besonders die Tunnel unter der Eisenbahn strahlte ´ne ziemlich nette Atmosphäre aus. Wer also mit seiner Maus mal was tolles machen will, sollte auf die Tower Bridge pfeifen und lieber die Original Kulisse von Football Factory besichtigen, Central London ist eh überbewertet…hehe.

Bevor es auf dem Rasen richtig losging, wurden erst die noch lebenden Millwall Legenden einer nach dem andern auf den Platz geholt und ordentlich gefeiert. Dazu gabs noch für jeden Supporter ein kleines Fähnchen, was dann zum Anpfiff gewedelt werden sollte. Klappte auch nicht so ganz und war für meine Begriffe ohnehin etwas dürftig für einen solchen Anlass. Vermutlich bin ich durch die ganze Ultra Sache einfach was anderes gewohnt, wenn es darum geht was schickes auf die Ränge zu zaubern, dennoch hoffe ich, dass England weiterhin davon verschont bleibt.
Spielerisch schien sich die Partie anfangs sehr gut zu entwickeln. Schon nach sieben Minuten flog das erste Nordlicht vom Platz und Millwall glich Burnleys Führungstreffer nur 4 Minuten später aus. Das wars dann aber auch mit dem schönen Fußball, denn der Rest des Spiels war mehr Krampf als Kampf. Millwall war einfach nicht in der Lage die zahlenmäßige Überlegenheit zu nutzen und scheiterte mehrfach an Burnleys Schlussmann. Auch von der Atmosphäre konnte das Spiel heute nicht sehr überzeugen, hin und wieder ein lauter Heimanhang, aber diese Momente konnte ich an einer Hand abzählen. Richtig enttäuscht war ich von den „Northern Monkeys“ . Das war mal gar nichts von den ca. 500-600 Auswärtsfans. Ich hatte mir irgendwie mehr von denen versprochen. Warum? Weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber da die Stadt wohl ein ziemliches Scheißloch sein muss, war ich der Meinung, dass sich der Anhang ebenfalls etwas scheiße benimmt…klappt ja bei Rostock auch. So wie es aussieht werde ich mir auch das Rückspiel geben und mir mal selbst ein Bild von dieser „grandiosen Stadt“ machen.



Nach dem Spiel wurde wie gewohnt in den Pubs an der London Bridge ordentlich abgefeiert. Dabei wäre ich fast noch etwas unter die Räder gekommen, denn ein paar Charlton Bauern hielten mich für Burnley und wollten mir mitteilen, dass sie mich gar nicht so dufte finden wie der Rest meiner Begleiter. Als sie dann auch noch hörten, dass ich Deutscher bin, waren sie mächtig am kochen…haha. Im Endeffekt ist dann nichts passiert, außer dass ich zu später Stunde fast wieder von Heathrow zurück ans andere Ende der Stadt gefahren wäre, pennen in der Tube kann ich nicht weiterempfehlen. Zum Glück war`s die letzte und der Fahrer so freundlich mich zu wecken. Nach ein paar Stunden Schlaf im Terminal gings dann früh morgens um 7Uhr zurück nach FFM zum Auswärtsspiel meines Heimatvereins. In Heathrow kann man übrigens echt gut mal ´ne Nacht pennen. Im Gegensatz zu „Studenten Flughäfen“ wie Luton oder Stansted, bekommt hier auch der letzte Penner (In dem Fall ich) ein ordentliches Plätzchen und vor allem ist es ruhig.

Geiler Tag ,der leider viel zu schnell vorbei war!