Montag, 26. November 2012

15.11. 2012 Go West....to the Fullers Brewery




Neben einem relativ dünnen Geldbeutel, sorgte im vergangenen Jahr auch ein dicker Terminkalender dafür, dass die geliebte Insel nur im März diesen Jahres mit meiner Anwesenheit beglückt werden konnte. Um diesen Missstand halbwegs auszugleichen, wurde dieses Mal direkt ein verlängertes Wochenende in London gebucht, wodurch die Möglichkeit bestand, drei Spiele zu gucken und gleich noch 'ne Brauereibesichtigung dran zu hängen.

Nach einem Besuch auf 'ner Messe in Nürnberg, wo selbstredend ordentlich getankt wurde, ging‘s dann also Freitag sehr früh mit dicken Kopf und vor allem viel zu wenig Schlaf zum Flughafen und von dort ohne Komplikationen in die Hauptstadt der einstigen Weltmacht. An der Holborn Station meinem Kumpel Paul schnell meine Tasche in die Hand gedrückt, Schlüssel in Empfang genommen und schon ging‘s in den Londoner Westen zur ersten Etappe des Tages….der Fullers Brewery in Chiswick. Die Biere der letzten großen Ale Brauerei Londons gehören schon länger zu meinen bevorzugten und da ich ja mein Geld ebenfalls in dieser Branche verdiene (oder auch nicht), war es nur eine Frage der Zeit bis die heiligen Hallen von Fullers von mir besucht werden sollten.



Die Brauerei liegt direkt an der Themse im Stadtteil Chiswick, der wiederrum zum Stadtbezirk Hounslow gehört….quasi irgendwo in der Mitte zwischen Heathrow und Central London. Starten sollte die Führung direkt im brauereieigenen Pub „Mawsons Arms“. Um es relativ kurz zu halten, die Führung war top. Anfängliche Bedenken, dass ich vom vielen „Fach-Englisch“ nichts verstehen könnte, zerstreuten sich relativ schnell, da der gute Mann wirklich deutlich sprach und mir das alles ja auch nicht ganz fremd war. Die Führung dauert gute 1 ½ Stunden plus anschließender Verköstigung der hauseigenen Ales. Im Großen und Ganze ist diese Tour an Informationen und den gezeigten Abteilungen nur schwer zu überbieten. Da ich nun mittlerweile sicher schon 25 – 30 Brauereien gesehen habe und weiß, dass Führungen auch überdurchschnittlich schlecht sein können, kann ich nur jedem raten, sich bei einem bevorstehenden Londonbesuch rechtzeitig anzumelden und die 10 Pfund zu investieren. Ihr werdet es nicht bereuen.


Nach einigen Bieren machte sich nun auch langsam Müdigkeit breit, so dass ich dann doch mal meine Herberge südlich der Themse aufsuchen musste und mal kurz ne Pause zu machen. Schließlich sollte am Abend schon wieder der Ball rollen…












Sonntag, 11. November 2012

04.11.2012 VfL Bochum vs BSG Energie Cottbus 2:2


Steht die oben genannte Partie mal wieder auf dem Programm, so klingelt es bei mindestens 70 Cottbusern im Kopf. Vorausgesetzt, sie gehörten zu der illustren Reisegesellschaft, die am 16. Oktober 1999 die legendäre „Pöbel-Tour“ in den Ruhrpott antrat. Damals wollten diese und ca. 30 „normale Menschen“ zum Auswärtsspiel nach Bochum. Doch schon am Bahnhof in Cottbus stieg man innerhalb von etwa zwei Stunden fünf Mal um ohne nur einen Meter zu fahren. Ständig gab es von Seiten der Staatsmacht andere Anweisungen und Ausreden. Am Ende trotzten gut 100 Cottbuser, von anfangs etwa 200, der Schikane der Polizei und Deutschen Bahn und machten sich auf den Weg in den Westen….umsonst. Was am Cottbuser Bahnhof begann, setzte sich die gesamte Fahrt fort. So erlebte euer Autor Dinge die er bis dahin nie wieder bei der Bahn erleben sollte. So verpasste man zum Beispiel Züge, die laut Fahrplan eigentlich noch gar nicht da waren. Wir nahmen es hin, war wohl normal im Westen. Doch irgendwann war auch beim geduldigsten Chaoten das Verständnis am Ende. Ab Bebra gab es für den Pöbel einen „ Sonderzug“ ( LOK plus Wagon) und auch die Cops wollten irgendwie nicht mehr mitfahren. Sie ahnten wohl was da bald folgen sollte. Denn, den Vermutungen der Polizei zum Trotz, hatten wir tatsächlich jemanden dabei, der die Uhr lesen konnte und auch schon über ein Handy verfügte. So führte eins zum anderen und der bunte Mix aus Fans, Hools und dem was man gemeinhin als „ frustrierte Jugend“ bezeichnete , realisierte, dass man frühestens mit Abpfiff in Bochum sein werde. Mittlerweile war auch bekannt, dass die BSG ordentlich in Führung lag. All dies und das perfekte Zusammenspiel von Alkohol, Frustration und festem Schuhwerk ließ die Lage kurz vor Hamm eskalieren. Während die ersten anfingen an der Notbremse für Olympia zu trainieren, ließen andere ihrem Spieltrieb freien Lauf und befreiten den Zug von unnützen Ballast wie Armlehnen, Feuerlöschern oder gar Fenstern. Die wenigen „normalen Fans“ taten es dem Lokführer gleich und flüchteten von Bord. Kurze Zeit später folgte auch der Pöbel und rief in diesem recht ruhigen Vorort von Hamm zunächst den „Nationalen Widerstand“ und beehrte kurze Zeit später die Gaststätte „REFUS“. Aus Dank für die vielen Begrüßungsgeschenke die in der Wirtschaft auf den Ossi warteten, wurde dem Wirt angeblich direkt der Laden umdekoriert. Und das alles ohne Tine Wittler. Da damals leider nicht alle ein Architekturstudium absolviert hatten, wirkte das ganze jedoch etwas chaotisch. Was nicht nur den Wirt störte, sondern auch die Polizei, die war nämlich auch auf einmal wieder da. Da lagen wir nun gefesselt in einer Garageneinfahrt und während mein Nebenmann damit beschäftigt war die Ameisen aus seinen Nasenlöchern fernzuhalten, versuchte der Rest die Stimmung mit diversen Singsang aufzuheitern. Schlussendlich landete der gesamte Pöbel eine Nacht im Dortmunder Knast, bevor es am nächsten Morgen unter den wachsamen Augen der Polizei zurück in die Zone ging. Wo wiederrum entsetzte Muttis ihre Zöglinge am Bahnhof abholten. Man hatte es nicht leicht mit 16…

Viel Zeit ist seitdem vergangen und Bochum hat uns mittlerweile schon ein paar Mal ertragen müssen bzw. wir Bochum. Daher stand das Spiel nicht gerade auf meiner Wunschliste für diese Saison. Doch ein glücklicher Zufall sollte eine relativ kostenneutrale Anreise ermöglichen und somit war meine Wenigkeit natürlich mit von der Partie. Die Aussicht auf ein paar Bier mit Bekannten aus BO und Düsseldorf machte mir die Entscheidung unlängst leichter. Anders als 99 verlief sowohl meine Anreise als auch die der Freunde aus der Heimat relativ problemlos, so dass alle pünktlich zum Anpfiff die Choreo der Hausherren sehen und auch selbst ein paar Fähnchen wedeln konnten. Allerdings wird weder die eine noch die andere Introduktion die Fanwelt revolutionieren, was zumindest aus unserer Sicht nicht der Antrieb für solche Dinge ist. 

Unerwartet schnell schoss Sanogo das 1:0 für die Mannen im roten Dress und, ob man es glaubt oder nicht, ich hab das Tor sogar gesehen. Für gewöhnlich höre ich sowas ja meist nur auf der Toilette oder am Bierstand. So kann`s gehen. Stimmung im Gästebereich war jetzt natürlich recht gut, wie auch den Rest des Spiels. So zumindest meine subjektive Einschätzung, aber das werden Leute aus anderen Bereichen des Stadion sicher besser beurteilen können. Ich hab mich da ja schon oft getäuscht. Irgendwann machten dann die Bochumer nochmals auf sich aufmerksam und zeigten eine geklaute Cottbuser Fahne. Von wem? Das fragten wir uns auch und darum wurde die Sache von mir und meinem Nebenmann/Trinkkameraden „Micky“ recht schnell abgetan und einander zugeprostet. Andere sahen die Sache etwas verbissener, aber jeder wie er möchte. Kurz nach der Halbzeit lochte Sanogo zum zweiten Mal ein und der Auswärtssieg schien sicher. Bis der VfL kurz vor Schluss anfing, tatsächlich den Kasten zu treffen und ausglich. So kann`s gehen…zum zweiten.

Nach dem Spiel ging’s für mich nach ein paar Bier mit einem Bochumer „Anglophilen“ noch in Düsseldorf auf die Piste um dort noch ein paar Alt-Bier Brauereien auf Brauchbarkeit/Trinkbarkeit zu testen. In diesem Sinne noch mal Dank für Gesellschaft und Asyl an die S. und D. aus DüDo.

ps:   Die Nummer Eins im Pott sind Wir!